Tier des Tages: Falter

Tier des Tages am 1. September 2021

In Jahren wie diesen, in denen das Frühlingswetter für Insekten lange nicht einladend war, und sich vermutlich jedes Kleintier im Hortus Aquis dreimal überlegen musste, ob es einen Ausflug in die freie Wildbahn wagen sollte, traut man seinen Augen kaum, wenn man auf der Dachterrasse einen Tagfalter entdeckt. Ist es eine Fata Morgana oder wer ist dieses gemütliche Tier, das der Blüte unserer Rauke (Rucola silvatica) einen langen Besuch abstattete? Ich vermute, es handelt sich um den kleinen Kohlweißling (Pieris rapae), den man vom Großen Kohlweißling durch den kleineren grauen Rand an den Flügeln unterscheiden kann. Zudem wird es ein Weibchen sein, denn es besitzt auf der Flügeloberseite zwei Punkte, die es vom Männchen unterscheiden. 

Was aber führt diesen Falter so spät im Jahr noch zu uns, denn seine Nektarpflanzen wie Wiesen-Flockenblumen (Centaurea jacea), Wiesen-Salbei (Salvia pratensis) und Lavendel (Lavandula) sind im Hortus schon nahezu verblüht? Zielgenau fand er mit der Rauke seine perfekte Raupenfutterpflanze, zur Zeit das einzige Kohlgewächs weit und breit. Na gut, ich bin bereit mit dir zu teilen. Gerne darfst du deine Eier hier legen, auch über Raupen und überwinternde Puppen deiner Nachkommen freuen wir uns. Denn dann gibt es im nächsten Jahr hoffentlich wieder Falter in vier Generationen, und wir müssen nicht bis September warten, bis ein Schmetterling uns die echten Sommergefühle schenkt!

Bitte bleib doch hier, aber Vorsicht: nicht alle Pflanzen im Hortus sind für die Aufzucht deiner Nachkommen geeignet …

Warm ...
... warm ...
... warm ...
... warm ...
... ganz kalt! Pepinos schmecken eher uns!

Wenn mir jetzt ein Schmetterlingsexperte sagt, meine Nachforschungen seien falsch, denn bei meinem Falter sei der Diskalfleck doch rechteckig, die Verbindungslinie zwischen Diskalfleck und Apikalfleck verliefe horizontal und die Flügelspitze sei gerundet, dann glaube ich noch mehr an eine Fata Morgana aber freue mich riesig!

Warum? Dann hätten wir es nämlich mit dem Karstweißling (Pieris mannii), einer echten Schmetterlingsrarität zu tun!

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